"Selbstbestimmtes Leben" - darum geht es bei diesem Thema

Die Digitalisierung verändert das Leben von uns allen und die Gesellschaft insgesamt. Der Siegeszug des Smartphones macht das besonders gut greifbar. Man kann damit auch telefonieren, aber längst ist es das neue Schweizer Messer für viele Anforderungen im Alltag. Wenn wir uns die moderne Lebenswelt anschauen, dann sehen wir: Ein Leben ohne Handy scheint kaum mehr möglich. Zahllose Apps helfen uns dabei, besser durchs Leben zu navigieren, Bankgeschäfte zu tätigen, einzukaufen. Wir pflegen damit soziale Kontakte. Inhalte, die uns früher über Fernsehgeräte, Radio, Zeitungen, Bücher oder CDs erreichten, konsumieren wir digital und zunehmend mobil.

All das bietet ungeahnte Möglichkeiten, von denen wir vor wenigen Jahren nicht einmal träumen konnten. Doch es gibt auch Gefahren. Jugendgefährdende Inhalte lauern gleich um die Ecke. Von Daten- oder Identitätsdiebstahl hat jeder Zweite schon einmal etwas gehört.

Weitere tiefgreifende Veränderungen sind längst im Gange. In wenigen Jahren werden digital vernetzte Autos und Häuser Alltag sein. Das Internet der Dinge ist auf dem Vormarsch – der Kühleschrank kommuniziert mit dem Supermarkt. Neue Formen des Arbeitens entwickeln sich. Medizin und Gesundheitsversorgung verändern sich, von der elektronischen Gesundheitskarte bis hin zu ganz neuen Möglichkeiten der Telemedizin. Unsere Bildungsstätten – von der Kita über die Schule bis zur Hochschule – erweitern sich um digitale Lernräume. Selbstgesteuertes und selbstbestimmtes Lernen im und für den digitalen Wandel werden zu einer lebenslangen Aufgabe.

Daraus ergeben sich Fragen:

  • Wie sehr hängen soziale und ökonomische Chancen von Anwendungs- und Medienkompetenzen ab?

  • Gibt es Schlüsselkompetenzen, die in einer digitalen Gesellschaft jeder haben muss bzw. erwerben sollte - unabhängig von Alter oder Geschlecht - damit er nicht „abgehängt“ wird?

  • Wie verankern wir solche Schlüsselkompetenzen gesellschaftlich, um bestehende Benachteiligungen zu beseitigen und neue Formen von Diskriminierung zu verhindern?

  • Wie muss sich Medienkompetenzförderung verändern, um relevant zu bleiben und Antworten auf die Fragen der Digitalisierung geben zu können? Welche Methoden, welche Inhalte brauchen wir? Welche Zielgruppen sind mit welchen Instrumenten erreichbar?

  • Soziale Netzwerke bieten nicht nur Partizipationschancen, sondern werden auch für kommerzielle Zwecke, Propaganda und die Verbreitung radikalen Gedankenguts genutzt. Wer kann hier handeln, damit in der Summe die Chancen überwiegen und der einzelne Nutzer souverän mit den Risiken umgehen kann?

Je mehr wir uns in digitalen Räumen bewegen, desto mehr Datenspuren hinterlassen wir. Selbstbestimmt leben bedeutet aber, dass wir die Hoheit über unsere Daten behalten und mindestens selbst entscheiden können müssen, welche Daten wir wann und zu welchem Zweck freigeben wollen. Welchen Beitrag kann hier die Förderung von Medienkompetenz leisten?

 

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